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Fondsmanager bei uns im Haus

„Erfolg = Konzentration + Stärken und Schwächen kennen“

Eine Erfolgsgeschichte feiert im Dezember ihren 10. Geburtstag. Bereits 2009 stellte einer der beiden Manager Henrik Muhle den Acatis Gané 2009 in Marburg vor. Damals schmale 8 Mio. € groß, ist er heute mit 2,5 Mrd. und 10% jährlichem Ertrag eine der Erfolgsgeschichten deutscher vermögensverwaltenden Fonds. Die FinanzSozietät hat den Fonds durchgängig in den Top 10 der investierten Fonds genutzt. Aus diesem Anlass ein Interview.

2018 zeigt unsere Watchlist gemischter Fonds fast ausschließlich rote Zahlen. Mit Plus 3,6% stecht ihr einsam heraus. Zur unbestrittenen Könnerschaft – wie viel Glück ist dabei?

Auf kurze Sicht gehört auch Glück dazu. Auf lange Sicht über einen Zeitraum von 10 Jahren nimmt der Zufallsanteil natürlich ab.

Gibt es Werte in die ihr seit Start investiert seid?

Ja, in Münchner Rück, Nestlé und Grenke.

Warum gerade diese Drei?

Durch ihr unterschiedliches Profil und unterschiedliche Wirtschaftszyklen bilden sie eine solide Basis. Die Gewichtungen sind in diesen Aktien aber immer mal variiert worden. Munich RE ist für uns ein gut bewertbarer, quasi Anleihen Ersatz mit sehr disziplinierter Kapitalallokation und hohem Ertragsrückfluss an die Aktionäre. Nestlé ist ebenfalls ein guter Kapitalallokator, die investitionsfreudiger als Munich RE sind und durch relativ üppige Cash flows die Aktionäre gut bedienen. Für Nestlé ist das Umfeld in den letzten 2-3 Jahren herausfordernder geworden, wir glauben aber, sie werden den Wandel durch die Digitalisierung erfolgreich begleiten und zählen weiter zu den besten Geschäftsmodellen im Nahrungsmittelsektor. Grenke besticht durch Wachstumsraten in den letzten zehn Jahren von 17% und das dürfte auch in der nächsten Dekade hoch bleiben. In ihrer Guidance geht Grenke selbst von einem
langfristigen Wachstum von 12-15 % pro Jahr aus. So wie Grenke mit ansteigender Profitabilität wächst, gilt das für die meisten Unternehmen in unserem Portfolio.

Der Gané ist mit nur 15 Aktien hoch konzentriert. Wie viele schlaflose Nächte kostet dies?

Gar keine, wir sind ausreichend diversifiziert und wir haben die Aktien gut ausgesucht. Dass der fundamentale Wert des Geschäftsmodells dauerhaft leidet, versuchen wir mit einer sehr bewussten Auswahl zu vermeiden. Dass der Börsenpreis zwischendurch mal sinkt, ist völlig normal. Da sind wir ganz entspannt und das bietet uns Nachkaufmöglichkeiten so wie aktuell bei Grenke.

Hat sich die Ausrichtung des Fonds seit der Auflage geändert?

Nein, im Grunde nicht. Wir hatten von Anbeginn ein weltweites Investitionsuniversum und wir waren schon immer über alle Größenklassen diversifiziert. In den ersten Jahren waren wir allerdings noch etwas stärker auf den deutschsprachigen Raum fokussiert und konnten auch kleinere Titel ins Portfolio aufnehmen. Heute zählen Grenke und L‘Occitane als Mid-caps zu den kleineren Kapitalisierungen.  Unser Investitionsansatz hat sich nicht verändert. Wir schärfen ihn aber laufend, lernen beständig dazu und legen heute noch mehr Wert auf die Qualität eines Geschäftsmodells.

Ihr schleppt eine unproduktive Cashquote von bis zu 30 % mit euch herum.
Wäre voll investiert zu sein nicht rentabler?

Manchmal ja, manchmal nein, das weiß man immer erst hinterher. In manchen Phasen wäre die Rendite höher gewesen, in anderen Phasen wären dafür die Drawdowns stärker ausgeprägt. Der GANÉ-Fonds ist ein Mischfonds, unser Antritt ist es, die Volatilität der Aktienmärkte ein Stück weit zu glätten, dafür ist unsere atmende Kassenquote wichtig.

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit im Fonds?

Eine hohe, aber keine, die wir bis jetzt mit testierten Kriterien im Fonds verankert hätten.

Habt ihr schon mal einen Wert aus ESG Überlegungen deinvestiert?

Das nicht aber wir haben Ausschlusskriterien, weswegen wir nicht investieren. Zum Beispiel in Tabak, Rüstung, Atomkraft und Gentechnik.

Nach einer 10-jährigen Erfolgsgeschichte – werden die Märkte schwieriger oder zeichnen sich weiter Chancen ab?

Die Chancen dürften genau dort liegen, wo auch die Risiken zu finden sind: nämlich dass sich Spreu und Weizen weiter teilen werden. Durch die Digitalisierung hat sich eine starke Welle von Veränderungen ergeben, die immer noch unterschätzt wird. Das Ergebnis unseres Erachtens: viele Verlierer, relativ wenige Gewinner. Daher analysieren wir verstärkt die Frage, welches Unternehmen in 3 oder in 5 Jahren besser dasteht als heute.

Seit über 10 Jahren managt ihr zusammen das Konzept. Die meisten Ehen werden so um das sechste Jahr herum geschieden. Wie haltet ihre es solange miteinander aus?

Wie in einer guten Ehe: leben und leben lassen sowie einer vernünftigen Mischung zwischen Nähe und Distanz. Jeder weiß um die Stärken und Schwächen des Anderen und nörgelt nicht daran rum.

Credo des Fonds - Wir investieren in Gewinner.
Das bedeutet, dass wir in starke Unternehmen investieren, die mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen und hohen Margen einen Mehrwert für ihre Anteilseigner schaffen. Wir halten die  Risiken klein und investieren dann, wenn unser Engagement von einem positiven Ereignis beflügelt  wird. Wir nennen das die Kombination aus Value und Event.

Henrik Muhle, Fondsmanager Acatis Gané